ZENPAINTINGSBLOG

HOW TO WRITE A MODERN CALLIGRAPHY

25. Januar 2021
This is a video about me, writing my calligraphy Where?How?What?Way. at my workroom in Berlin. Many Questions and confusion in Europe at the end of the year 2020. Our continent is divided by injustice, ignorance, selfishness and frozen in a seemingly endless lockdown.
2020 ends with huge question marks for all of us. What will our future look like after COVID19, Brexit and right-wing populism? I want a democratic Europe of inclusion, green prosperity for everybody, justice and solidarity. I crumpled the paper, the questions are pressing, but the way will be found. That is my goal for 2021.

PORTRAITS OF BODHIDHARMA

13. Dezember 2020
A portrait of Bodhidharma by Bob Schneider
A chinese ink painting portrait of Bodhidharma, wearig a corona mask
Bodhidharmas Face Mask
Bodhidharma was a semi-legendary Buddhist monk who lived during the 5th or 6th century. He is traditionally credited as the transmitter of  Chan (Zen) Buddhism to China, and regarded as its first Chinese patriach. According to Chinese legend, he also began the physical training of the monks of Shaolin monastery that led to the creation of kungfu. Throughout Buddhist art, Bodhidharma is depicted as an ill-tempered, bearded, wide-eyed non-chinese person. Several stories about Bodhidharma have become popular legends in zen tradition: After being refused entry at the Shaolin monastery, he lived in a nearby cave, where he faced a wall for nine years, not speaking for the entire time. He is said to have fallen asleep in the seventh year during his nine years of wall-gazing. Becoming angry with himself, he cut off his eyelids to prevent them from closing again. (that is why Bodhidharma is always depicted without eyelids) According to this legend, as his eyelids hit the floor the first two tea plants in China sprang up. Thereafter tea would remain as the favourite stimulant to keep students of Chan awake during zazen meditation.
How would Bodhidharma react to todays omnipresent facemasks and the regulations behind them? As an unconventional eccentric and free spirit in his time, he would maybe have questions. During his lifetime it is highly probable, that he was the one who invented Buddhist tradition of insightful awakening outside of the scriptures, regardless of word and letter.
In my portrait I see Bodhidharma on his road to acceptance and future acts full of mindfulness and compassion. A part of our mind resists fairly and reasonable actions and defends against external control. Selfillusion bewails the loss of alleged freedom. When we calm down, become clear and accept what is not changeable right now, it will renew our expression. In a short time the facemask could cover mouth and nose of the angry Bodhidharma.

DIE RATTE GEWINNT

17. November 2020
Zur 32. Grand Calligraphy Exhibition of Korea, die in Korea stattfand, gehörte auch ein deutsches Team mit ihrem großartigen Werk dazu, dank dem insgesamt 8 Personen den Aufstieg in die Siegerliste schafften! Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein konnte. Ich danke der Korean Calligraphy Association für die erfolgreiche Druchführung des Wettbewerbs und meinem Lehrer Byong-Oh-Sunim für die Inspiration. Meine Kalligrafie Die Ratte – eine Genießerin, die ich zum aktuellen Jahr der Ratte anfertigte, wurde von der Jury mit einem Preis bedacht.

HOCKNEY FASZINIERT

20. August 2020
House in a yellow-green landscape inspired by David Hockney
An Hockneys Yorkshire-Landschaftsmalerei bin ich durch einen traurigen Zufall geraten. Mir fiel vor drei Jahren die schwierige Aufgabe zu, die Wohnung meiner verstorbenen Tante in Heidelberg aufzulösen. Ihre Wohnungseinrichtung atmete den Geist von hochwertigem Design der Siebziger Jahre. Über der ockerfarben De Sede Sitzlandschaft aus Leder prangte ein weiß gerahmtes Gemälde, das eine sanft-hüglige Landschaft zeigte. Durch die flächig-knallbunten Felder und Äcker dieser Landschaft schlängelte sich eine schmale Straße bis zum Horizont.
Das Bild strahlte für mich eine nostalgische Leichtigkeit aus. Der Frieden der Landschaft lud mich ein aufzubrechen zu einer beschwingten Wanderung Richtung Horizont. Keine Signatur, keinerlei Hinweis auf den Künstler. Später, auf der Zugfahrt zurück nach Berlin, blätterte ich beiläufig im zerlesenen Deutsche Bahn Magazin. Ein Bericht über die große David Hockney Retrospektive in der Londoner Tate Gallery. Und plötzlich: Eine Fotografie, genau von dem Bild, das im Appartement meiner Tante über dem Sofa hing! Ein wertvolles Kunstwerk, unbewacht, unverglast, beleuchtet von Punktstrahlern, die an gespannten Drähten von der Handschuhsheimer Zimmerdecke hingen. Gleichzeitig war das Gemälde aber in der Tate Gallery. Welches von beiden war nun eine geniale Fälschung? Mir ist bis heute der Gedanke lieber, es handelt sich bei meinem geerbten Gemälde um eine frühe Fassung des Meisterwerks. Die Seelenverwandtschaft mit meiner Tante war auf jeden Fall bewiesen: Sie hatte mir ein Bild meines Idols David Hockney vererbt.
David Hockney: The Road Across The Wolds
Was mich an David Hockney besonders fasziniert, ist seine Vielseitigkeit. Ob filigrane Zeichnung, Lithografie, knallige Acrylmalerei, Fotografie oder Collage – in jedem Genre hat Hockney unglaubliche Stilsicherheit und künstlerische Ausdruckskraft bewiesen.
Seitdem sind drei Jahre vergangen, ich studiere koreanische Tuschmalerei bei Zenmeister Sunim Byong-Oh und beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit der asiatischen Landschaftsmalerei. Der grundlegende Unterschied zwischen westlicher und östlicher Landschaftsmalerei lässt sich mit den Begriffen filled focus und scattered focus gut beschreiben. Während in der westlichen Landschaftsmalerei Tiefe durch zulaufende Perspektive erzeugt wird und die Aufmerksamkeit des Betrachters auf einen bestimmten Ausschnitt gelenkt wird, erfassen fernöstliche Künstler* die Landschaft aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig und lassen das Auge über das Bild schweifen. Diese Art und Weise eine Landschaft zu betrachten, findet sich für mich auch in Hockneys Gemälde The Road Across The Wolds wieder. Hier spielt die Landschaft in ihrer Vielfältigkeit die zentrale Rolle. Mein Blick schweift von Häusern, zu Feldern, zu Scheunen, zum Traktor, zu Bäumen bis zum Horizont, einem schmalen Streifen am oberen Bildrand. Im Abendlicht des Hochsommers glüht die Landschaft in erdigem Mahagoni, Gold und warmen Grüntönen. Wie in der östlichen Landschaftsmalerei bestimmen drei Elemente das Bild: Erde, Himmel und Mensch. Die Natur ist übermächtig. Ich sehe keine Menschen, nur von Menschen Gemachtes. Die Häuser, die Straße, den Traktor, die kultivierten Felder. Alle Bewegung erscheint eingefroren wie ein Standbild und eine angenehme Melancholie umfängt mich, denn in dem goldenen Abend liegt ein Abschied: Die Kühle, der Herbst und der Winter sind nicht mehr weit.
Mich haben Hockneys Yorkshire-Landschaften dazu inspiriert, eine Landschaft zu versuchen, die ebenso strahlt, doch im Licht der Frühlingssonne: Saftiges helles Grün und das leuchtende Gelb der Rapsblüte. Das terracottafarbene Haus aus Hockneys Bild setzte sich in die Landschaft hinein, von Bäumen umfangen steht es scheinbar herrenlos in den Hügeln von Grün und Gelb. Eine Traumlandschaft, denn die Hügel von Yorkshire habe ich bisher noch nicht mit eigenen Augen gesehen. Sie sind ein Ort der Fantasie, an dem ich mich zu Hause fühle. Wo sind eure Traumlandschaften?

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